Ein wichtiger Besuch für das Klima und die deutsch-costa-ricanischen Beziehungen

Die Delegation beim Arbeitsfrühstück mit Präsident Luis Guillermo Solís Bild vergrößern Die Delegation beim Arbeitsfrühstück mit Präsident Luis Guillermo Solís (© Presidencia de la República) Mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks kam von 15.-19. Juni 2017 zum ersten Mal ein deutscher Umweltminister zu Besuch nach Costa Rica. Costa Rica empfing die Ministerin und ihre Delegation mit offenen Armen – und etwas Regen. Der Besuch stieß auf enormes politisches und öffentliches Interesse – kein Wunder in Zeiten, in denen die Vereinigten Staaten aus dem gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aussteigen scheinen zu wollen. Ministerin Hendricks traf während ihres Aufenthalts mit Staatspräsident Luis Guillermo Solís, dem amtierenden Außenminister Alejandro Solano, Umweltminister Edgar Gutiérrez und zahlreichen Fachministern und -Vizeministern der costa-ricanischen Regierung zusammen. Sie war Ehrengast auf einem hochrangigen, von deutschen Umweltexperten mitvorbereiteten Fachtreffen zur Umsetzung der sog. NDC (Nationally Determined Contributions)–Ziele.

Mit dem costa-ricanischen Umweltministerium wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet Bild vergrößern Mit dem costa-ricanischen Umweltministerium wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet (© Botschaft San José) Zusammen mit Umweltminister Gutiérrez unterzeichnete Frau Hendricks eine Absichtserklärung zur vertieften Zusammenarbeit mit Costa Rica. Für Costa Rica ist Deutschland ein „strategischer Partner“ (so Staatspräsident Solís) und nimmt eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ein. Ferner veröffentlichten Hendricks und Gutierrez am Abschlusstag ein deutsch-costa-ricanisches Pressekommuniqué, in dem sich beide Seiten der Fortsetzung ihrer Anstrengungen im Rahmen der Klimarahmenkonvention versichern und alle anderen Staaten auffordern, sich noch stärker zusammenzuschließen und im Kampf gegen den Klimawandel nicht nachzulassen.

Auf starkes mediales Echo traf auch die deutsche Zusage, Projektmittel in Höhe von € 15 Mio. für neue Klimaprojekte in Costa Rica (Wald, Verkehr, urbane Mobilität, Meeresschutz u.a.) zu Verfügung zu stellen.

Nach einem feierlichen Empfang in der deutschen Residenz am Freitagabend nutzte die Ministerin die verbleibenden Tage dazu, einige der zahlreichen Projekte zu besichtigen, welche die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) seit längerem im Auftrag des Umweltministeriums im Nordwesten des Landes durchführt. In Jicaral konnte sich die Ministerin einen Eindruck von den Themen Biokorridore, Mangrovenaufforstungen, Muschel- und Honigproduktionen in Mangrovenwäldern sowie der Einbeziehung des Privatsektors in die Finanzierung von Ökosystemleistungen machen. Beim Schutzgebiet Palo Verde ging es um die Vorstellung lokaler Schutz- und Nutzungsmaßnahmen. Ein abschließender Besuch war der Besuch bei der staatlichen Kaffeeagentur ICAFE in Heredia, die ein wichtiger Partner bei der Maßnahme „NAMA Kaffee“ ist, dem weltweit ersten Projekt der Klimaschadenminderung auf dem Gebiet der Landwirtschaft.

Bundesministerin Hendricks besuchte mehrere Umwelt- und Artenschutzprojekte in Nicoya Bild vergrößern Bundesministerin Hendricks besuchte mehrere Umwelt- und Artenschutzprojekte in Nicoya (© Botschaft San José) Der Besuch war bereits der zweite eines deutschen Kabinettsmitglieds innerhalb von weniger als zwei Jahren. Er belegt das hohe Ansehen, das Deutschland in Costa Rica genießt, den Respekt beider Seiten füreinander und die zahlreichen gemeinsamen Werte – diesmal besonders der Schutz von Natur und Klima –, deren Verteidigung beiden Ländern so wichtig ist. Ministerin Hendricks und ihre Delegation flogen am Ende des Besuchs bester Dinge, mit vielen neuen Eindrücken und Plänen für weitere Zusammenarbeitsprojekte sowie der Überzeugung zurück, dass dieser Besuch sich gelohnt hatte.

Bundesumweltministerin Hendricks zu Besuch in Costa Rica

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Costa Rica